Reset Option (Beitrag in Deutscher Sprache, Post in German Language)

Dieser Beitrag ist eine deutsche Version von zwei Beiträgen auf diesem Blog, mit denen ich eine Methode vorschlage, die Zahlungen für Bestandsanlagen im EEG zu reduzieren, ohne das Vertrauen in die Beständigkeit des Systems zu untergraben.

Die Minister Altmaier und Rösler schlagen in ihrem neuesten Positionspapier vor, Zahlungen für Bestandsanlagen im Jahr 2014 um 1.5% zu reduzieren. Dieser Vorschlag bedeutet, dass Anleger sich nicht mehr auf die Beständigkeit der Zusagen im EEG verlassen können. Er ist daher abzulehnen, zumal er auch klar verfassungswidrig ist.

Die Kosten für Bestandsanlagen machen aber mehr als 90 Prozent der Kosten aus. Wenn man diese nicht reduzieren kann, sind alle Vorschläge zur Kostenreduktion von vornherein nur sehr begrenzt wirksam.

Hier nun mein Vorschlag.

“Reset Option” bedeutet, dass die Betreiber einer Anlage die Option erhalten, ihre Anlage zu niedrigeren Tarifen vergütet zu bekommen, dafür aber dann länger. Die Zahlungen werden auf einen Zeitpunkt in der nächsten Dekade verlagert, wo die Kosten ohnehin stark gesunken sein werden.

Ein Beispiel mag das Konzept verdeutlichen.

Bürger A hat 2005 auf seinem Dach eine kleine Photovoltaikanlage installiert. Er hat damit noch 13 Jahre lang Anspruch auf den damals geltenden Vergütungssatz von 54.53 Cent.

Mein Vorschlag wäre nun, diesem Bürger anzubieten, statt dessen weitere 20 Jahre lang 37 Cent zu bekommen. Eine einfache Rechnung zeigt, dass 54,53 Cent über 13 Jahre dividiert durch 20 nur 35.44 Cent ergeben, so dass diese 37 Cent etwas mehr sind, um für Zinsverluste zu entschädigen.

Aber im Jahr 2014 wird die Umlage dann erst einmal entlastet. Die entsprechenden Kosten fallen dann nach 2026 an, wenn die Anlage von A ohnehin aus dem System fallen würde. Dann sind die Kosten aber ohnehin schon weit gesunken.

Eine derartige Option wäre als freiwillige Möglichkeit zu gestalten. Dann kann sich auch niemand über enttäuschtes Vertrauen beschweren.

Es ist die einzige Möglichkeit, um in einem größeren Umfang die Kosten zu senken, ohne verfassungswidrige Wege zu beschreiten.

Andererseits habe ich aber auch nichts dagegen, wenn dieser Vorschlag wenig Beachtung findet und sich nicht durchsetzt. Hohe Elektrizitätspreise sind auf einem vom Klimawandel bedrohten Planeten anzustreben, nicht abzubauen, um die Anstrengungen beim Energiesparen zu unterstützen.

 

Published by kflenz

Professor at Aoyama Gakuin University, Tokyo. Author of Lenz Blog (since 2003, lenzblog.com).

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